Am Freitag den 11. September kam es zum Brand einer Bergehalle in Güstow. Wir wurden gemeinsam mit den Kameraden der betroffenen Gemeinde Boiensdorf (Stove) um 20:51Uhr alarmiert und sorgten für die Löschwasserversorgung und den Erstangriff.

Ausgebrannte Ruine

Da sich die Halle und ein Stroh-Außenlager bereits im Vollbrand befanden, konzentrierte sich der Einsatz auf den Schutz benachbarter Gebäude, die durch Strahlungshitze und Funkenflug bedroht waren.

Löschversuche an der Halle waren augenscheinlich zwecklos.

Gegen Mitternacht kam es zum Einsturz des Blechdaches.

Nachdem der Wind drehte und sich gleichzeitig abschwächte gelangten die Nachbargebäude außer Gefahr.

Es wurde entschieden, den Einsatz auf eine Brandwache zu beschränken. Die erste Schicht von 1 Uhr – 8 Uhr am Sonnabend übernahm unsere Wehr.

In der Halle lagerte die Agrargenossenschaft Stove Stroh und Getreide zur Versorgung der Milchviehbestände im Winter. Die Vorräte wurden vollkommen vernichtet.

Am 3. August 2015 um 23:56 Uhr wurden wir wegen eines vermeintlichen Wohnungsbrandes in einem dreigeschossigen Gebäude am Rotdornweg alarmiert.

Mit uns wurden die Kameraden aus Stove und Neuburg sowie aus Neukloster (Drehleiter!) aus den Betten gerissen.

Vor Ort erwies sich, dass eine Wohnung im Parterre betroffen war. Da weder der Alarm des Rauchmelders noch Klingeln oder Schlagen gegen die Tür jemanden zum Öffnen der Tür bewegte, wurde die Wohnungstür aufgebrochen. Die Wohnung war komplett verqualmt, weil auf dem Herd Essen angebrannt war. Beim Durchsuchen der Wohnung wurde im Schlafzimmer die alkoholisierte Bewohnerin tief schlafend aufgefunden, geweckt und nach draussen an die frische Luft geleitet.


Kochtopf mit angebranntem Essen

Es kann vermutet werden, dass die Frau eine schwere, unter Umständen tödliche Rauchvergiftung erlitten hätte, wenn der Rauchmelder nicht angeschlagen und besorgte Nachbarn die Feuerwehr gerufen hätten. Auch der Ausbruch eines echten Brandes, der die übrigen Bewohner des Hauses bedroht hätte, wäre möglich gewesen.

Am 18. Juni 2015 um 16:04Uhr wurden wir wegen eines schweren Verkehrsunfalls bei Groß Strömkendorf alarmiert.

Von Blowatz kommend ca. 100m hinter dem Ortseingangsschild von Groß Strömkendorf waren zwei PKW zusammengestoßen. Es handelte sich um einen Audi mit Delmenhorster Diepholzer Kennzeichen, von Blowatz kommend, und einen VW mit lokalem Kennzeichen, der in Richtung Blowatz fuhr. Nach Zeugenaussagen hatte der Fahrer des Audi in der dortigen Kurve mehrere Fahrzeuge überholt. Der entgegenkommende VW hatte nach Zeugenaussagen versucht ausweichen, dennoch kam es zum Zusammenprall, wobei vor allem die Fahrerseiten betroffen waren.

In dem Audi befand sich ein Mann, in dem VW waren zwei ältere Ehepaare. Das auf der Fahrerseite sitzende Ehepaar war eingeklemmt, das andere Ehepaar konnte das Fahrzeug mit Hilfe verlassen. Alle Personen waren verletzt, teilweise schwer.

Eine Zeugin erlitt einen Schock.

Die mitalarmierten Kameraden der Feuerwehr Kirchdorf rückten mit zwei Fahrzeugen an, um die eingeklemmten Personen mit Schere und Spreizer zu befreien. Dabei kam das hydraulische Gerät an seine technischen Grenzen, da der VW neueren Baujahrs extrem harte Säulen aufwies.

Zum Glück kam es trotz auslaufender Betriebsstoffe nicht zu einem Brand.

Die verletzten Personen wurden mit vier Rettungswagen, die am schwersten verletzte Person mit dem Rettungshubschrauber Christoph 34 aus Güstrow, in die Krankenhäuser Schwerin und Rostock transportiert.

Die Aufräumarbeiten der stark mit Betriebsstoffen verschmutzen Fahrbahn und Banketten waren gegen 20 Uhr beendet. Solange bestand eine Vollsperrung der Strecke. Unsere Absperrkräfte hatten viel damit zu tun, ortsunkundigen die Umgehungsmöglichkeiten zu erklären.

In der letzten Woche war es heiß. Sonnabend und Sonntag wurden Temperaturen bis 35°C erreicht. In der Nacht von Sonntag auf Montag entlud sich die gewaltige Energie der Atmosphäre in einer heftigen Unwetterwalze.

Bereits Sonntag abend um 22:38 Uhr erhielten wir einen Alarm wegen eines umgestürtzen Baumes zwischen Groß Strömkendorf und Redentin. Der angeblich umgestürzte Baum war jedoch nicht auffindbar.

Bei Tageslicht war dann aber erkennbar, dass in den Kronen von drei der gewaltigen Pappeln an der L12 zwischen Blowatz und Groß Strömkendorf Starkäste herausgebrochen waren und herunterzufallen drohten.

Um 14:16 Uhr wurde ein geplanter Alarm ausgelöst. Zeitgleich mit unserer Wehr wurde die Drehleiter der Feuerwehr Neukloster alarmiert. Mit Hilfe der Drehleiter konnten unsere Kameraden die Starkäste lösen.

Zur Verkehrsregelung war die Polizei hinzugebeten worden.

Am 17. April 2015 gegen 19 Uhr kam es auf der L 12 vor Wodorf zu einem tödlichen Verkehrsunfall.

Von Groß Strömkendorf kommend prallte ein Kleinwagen mit Güstrower Kennzeichen frontal gegen einen Straßenbaum und schleuderte anschließend auf den benachbarten Radweg. Der Unfall geschah offenbar mit hoher Geschwindigkeit. Es waren keine Bremsspuren zu erkennen.

Durch Aufprall zerstörtes Kfz, im Vordergrund Alleebaum

Zwei zufällig in der Nähe gewesene Kameraden wurden durch den digitalen Funkmeldeempfänger informiert und eilten direkt zur Unfallstelle. Sie konnten den männlichen Insassen aus dem Fahrzeug holen. Das Fahrzeug geriet anschließend in Vollbrand, der von den inzwischen eingetroffenen Einsatzkräften schnell gelöscht werden konnte.

Der Fahrer konnte nicht wieder belebt werden und verstarb am Unfallort.

Neben der Feuerwehr Blowatz war die Feuerwehr Kirchdorf mit zwei Fahrzeugen im Einsatz, ferner drei Rettungswagen, der Rettungshubschrauber Christoph 12 und zwei Polizeifahrzeuge.

Eine Zeit lang kam es zu Verwirrung über die Zahl der Verletzten, da sich einer der Ersthelfer selbst verletzte hatte und dann sowohl als verletzter Ersthelfer als auch als zweites Unfallopfer angesehen wurde.

 

Nachtrag am 25. April 2015
In den Tagen nach dem Einsatz hatten viele der beteiligten Kameraden erhöhten Gesprächsbedarf und teilweise auch seelische Beschwerden wie Schlafstörungen, Alpträume usw. Neben dem Erlebten tat der Umstand, dass es sich bei dem Unfallopfer um einen polizeilich gesuchten Mordverdächtigen handelte und die damit verbundene mediale Berichterstattung sein Übriges. Wir nahmen kurzfristig das Angebot der Notfallbegleitung und Notfallseelsorge des Landes Mecklenburg-Vorpommern an. In einem Gesprächskreis wurden unter professioneller Moderation das Erlebte und die damit verbundenen Eindrücke und Gedanken zusammengetragen und besprochen. Es war unmittelbar spürbar, wie dies den Einzelnen und der Gruppe gut tat, auch wenn die Bewältigungsarbeit jedes Einzelnen noch eine mehr oder weniger lange Weile andauern wird.
Wir möchten uns bei dem Begleitungsteam bedanken und andere Feuerwehren bestärken, dieses Angebot im Bedarfsfall ebenfalls in Anspruch zu nehmen.

Frank Scholz